Familienarbeit ist eine längerfristige Unterstützung

Meistens gelangen Eltern zu uns, wenn sie bereits alles versucht haben und nicht mehr weiterwissen. Rufen Sie uns besser früher als zu spät an. Wir klären mit Ihnen Ihre individuelle Situation. Oft kann ein solches Gespräch bereits weiter helfen. Dann besprechen wir das weitere Vorgehen mit Ihnen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass wir für akute Notfälle nicht die richtigen Ansprechpartner sind. Wenden Sie sich in diesem Fall an einen Notfalldienst. Unsere Familienarbeit ist in der Regel eine längerfristige Begleitung. Dies mit dem Ziel, den Alltag Ihrer Familie wieder zu normalisieren. Das passiert nicht von heute auf morgen.

Ablauf einer Familienbegleitung

1. Anfrage an uns

Rufen Sie uns an und schildern Sie uns Ihre Situation. Gemeinsam finden wir heraus, ob Ihnen eine Familienbegleitung helfen kann. Möchten Sie uns zuerst persönlich kennenlernen, werden wir einen Termin mit einer Familienarbeiterin oder einem Familienarbeiter bei Ihnen zu Hause organisieren. Diese Person wird Sie auch später in der Familienarbeit begleiten.

Ist eine Finanzierung erforderlich oder beziehen Sie Sozialhilfe, erklären wir Ihnen das weitere Vorgehen. Sollten Sie in der Lage sein, die Finanzierung einer Familienbegleitung selber zu übernehmen, werden wir Ihnen nach dem gemeinsamen Kennenlernen eine Offerte liefern.

2. Antrag auf Finanzierung

Damit Sie eine finanzielle Unterstützung des Kantons Luzern erhalten, brauchen wir die Bestätigung einer entsprechenden Fachstelle. Wir klären für Sie ab, wohin Sie sich am besten wenden. Auf Wunsch können wir die entsprechende Stelle bereits vorinformieren.

Mit den Kantonen Nidwalden, Obwalden und Zug bestehen ebenfalls Leistungsvereinbarungen, welche die finanzielle Unterstützung einer Familienarbeit ermöglicht.

Als nächstes findet ein Termin bei der entsprechenden Fachstelle statt. Das ist in der Regel der soziale Beratungsdienst Ihrer Gemeinde. Es kann auch der Schulsozialdienst oder eine psychologische Fachperson sein. Die Fachperson der entsprechenden Stelle klärt mit Ihnen die Unterstützungsmöglichkeiten, um eine Normalisierung Ihrer Situation zu erreichen. Kommt die Fachperson zusammen mit Ihnen zum Schluss, dass eine Familienbegleitung das beste Vorgehen ist, dann können die Schritte zum Antrag einer Kostenübernahmegarantie eingeleitet werden.

Familie ohne Sozialhilfe
2/3 übernimmt der Kanton, 1/3 übernimmt die Familie (eventuell beteiligt sich auf Anfrage auch die Gemeinde daran).

Familie mit Sozialhilfe
2/3 übernimmt der Kanton, 1/3 übernimmt die Wohngemeinde, falls die Familie Sozialhilfe bezieht.

3. Auftragserteilung durch die Familie

Nachdem der finanzielle Rahmen geklärt werden konnte, findet das Auftragsgespräch statt. Gemeinsam mit Ihnen legen wir die Ziele fest. Wo brauchen Sie Unterstützung? An was möchten Sie arbeiten? Welchen Zustand möchten Sie verändern?

Sind Sie Selbstzahler, findet dieses Gespräch direkt bei Ihnen zu Hause statt. Wird die Familienarbeit durch den Kanton mitfinanziert, findet das Treffen zusammen bei der zuständigen Fachperson statt.

4. Familienbegleitung

Sie werden künftig einmal pro Woche von einer Familienarbeiterin oder einem Familienarbeiter besucht. Das ist immer dieselbe Person. Sie wird als nächstes die weiteren Familienmitglieder und Ihre Situation vor Ort kennen lernen. Sie werden mit Coachings begleitet, um Ihre Kompetenz in der Erziehung zu stärken. Die Familienarbeiterin oder der Familienarbeiter vermittelt konkrete Handlungsvorschläge und Erziehungswissen. Sie bekommen Anleitungen und können diese trainieren bis Sie sich sicher fühlen.

Nach 3 Monaten oder nach Bedarf, findet ein Standortgespräch statt. Bei Familienbegleitungen mit externer Finanzierung findet das Gespräch bei der involvierter Fachstelle statt.

5. Abschluss

Sobald sich Ihre Situation deutlich verbessert, finden die Besuche der Familienarbeiterin oder des Familienarbeiters nicht mehr jede Woche statt, sondern alle zwei oder drei Wochen. Sobald sie sich sicher genug fühlen, leiten wir die Abschlussphase ein. Die gemeinsame Arbeit wird ausgewertet, Erkenntnisse nochmals vertieft. Bei Familienbegleitungen welche vom Kanton finanziell unterstützt werden, muss in der Regel ein Bericht verfasst werden. Die zuständige Familienarbeiterin oder Familienarbeiter stellt Ihnen diesen Bericht vorgängig vor. Bei der involvierten Fachstelle findet anschliessend ein gemeinsames Abschlussgespräch statt.

Es gibt Umstände, in denen sich Eltern nicht mehr in der Lage fühlen, die Erziehung ihrer Kinder weiterhin zu übernehmen. Dann besteht die Möglichkeit, ein Kind einer Institution wie dem Kinderheim Wäsmeli anzuvertrauen. Die Wochenend- und Ferienzeiten können Sie je nach Belastungssituationmit Ihrem Kind verbringen. Oder es wird eine Pflegefamilie gesucht.